Mediziner gehen davon aus, dass ca. 30% der Westeuropäer betroffen ist. Da allerdings noch nicht jeder Arzt sich damit auskennt und die Probleme erkannt hat wird häufig ein Reizdarm diagnostiziert.

Die einzig bekannte, weit verbreitete Nahrungsmittelunverträglichkeit ist die Lactoseintoleranz. Obwohl laut Schätzungen ähnlich viele Menschen eine Fructosemalabsorption haben ist der Bekanntheitsgrad davon sehr viel niedriger. Warum das so ist kann man nur mutmaßen. Aber durch die wachsende Aufgeklärtheit der Betroffenen kommt immer mehr die Problematik in das Bewusstsein der Menschen.

Symptome bei Fructosemalabsorption

Diese sind ganz individuell, typisch ist:

  • Bauchkrämpfe, Blähbauch, Völlegefühl, Aufstoßen
  • Blähungen
  • Durchfall, Verstopfung

Was passiert generell im Körper?

Der Zucker kommt durch den Magen in den Darm. Sofern es kein Einfachzucker ist, wird dieser zerlegt in die einzelne Moleküle. Transporter (GLUT 1 – GLUT 14) nehmen die Moleküle auf, um diese in den Blutkreislauf zu transportieren. Erste Station ist die Leber. Der Zucker, der akut nicht benötigt wird, kommt in einen Energiespeicher. Ist der Energiespeicher allerdings voll, wird der Zucker in Fett umgewandelt.

Was passiert bei Fructosemalabsorption?

Fructose benötigt sog. GLUT 5 Transporter. Bei einer Unverträglichkeit stehen nur wenige GLUT 5 Transporter zur Verfügung. Dadurch kommt die Fructose in den Dickdarm und sorgt für die Beschwerden. Allerdings steht auch einem „gesunden“ Menschen nur ein gewisser Anteil an GLUT 5 Transporter zur Verfügung und es kann aufgrund sehr fructosehaltiger Nahrung zu den bekannten Beschwerden kommen.

Erschwerend kommt hinzu, dass Sorbit und Xylit ebenfalls auf die GLUT 5 Transporter zugreifen, wodurch die Kapazität noch geringer ist.

Wieso ist es hilfreich Traubenzucker zusätzlich zu nehmen?

Sobald Glucose in der Nahrung ist, erfolgt die Aufnahme in den Blutkreislauf einfacher. Durch die Glucose werden die GLUT 5 Transporter entlastet, da der GLUT 2 Transporter verwendet wird. Daher wird Haushaltszucker (50% Fructose/ 50% Glucose) oft noch relativ gut vertragen.

Ein weitere Möglichkeit, die Fructose besser zu verarbeiten, ist der Fettanteil im Essen. Durch einen erhöhten Fettanteil wird der Prozess zur Aufnahme von Fructose verlangsamt und man kann mehr davon aufnehmen.

Gesundheitliche Folgen

Wenn man dauerhaft zu viel Fructose zu sich nimmt, vermehren sich die Beschwerden. Zu wenig oder keine Fructose zu sich zu nehmen, ist allerdings auch nicht des Rätsels Lösung, denn dadurch gewöhnt sich der Körper daran und die Toleranzschwelle wird immer niedriger. Daher ist es ratsam, seine eigene Toleranzschwelle zu kennen, um diese auf das Maximale auszunutzen.

Es gibt verschiedene Erkrankungen die, direkt oder indirekt, der Fructosemalabsorption zugeschrieben werden:

  • Lebererkrankungen z.B. Fettleber
  • Adipositas (Fettleibigkeit), da die Fettverbrennung gestört ist und gleichzeitig ein Fettaufbau erfolgt
  • Diabetes, weitere Intoleranzen
  • Herz-Kreislauf
  • Krebserkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Depressionen/Burn out/Antriebsschwäche durch die Störung des Serotoninhaushalts
  • Konzentrationsstörungen
  • Reizbarkeit